Der Team(entwicklungs)-Kristall

Theoriemodell von Eva M. Rauter 2015 publiziert: Teamentwicklung in der Schule. Möglichkeiten der Förderung von Teambildungsprozessen in Grundschulen am Beispiel eines österreichischen Schulsystems. In Reicher, H. und Weitlaner, R. (Hrsg). Innovative Entwicklungen im Bildungsbereich. (S.270-287). Graz: Leykam.

Teamentwicklung in der Schule

Können Schulen lernen?

Auch wenn Neues entsteht und Entwicklungen an Schulen passieren, kann das nicht per se mit strategischer Schulentwicklung gleichgestellt werden. So wie jede Schule ihre eigene Geschichte hat, gibt es keine allgemeingültige und übertragbare Vorgehensweise von Schulentwicklungsprozessen – innerschulische Entwicklungsarbeit scheint unumgänglich. Einen immer wesentlicheren Aufgabenbereich dabei, stellen Personalförderung und Teamentwicklung dar.

Mit einigen Einschränkungen wird angenommen, dass Einzelschulen lernfähig sind, allerdings können diese nur lernen, wenn sich auch deren Lehrpersonen weiterentwickelt. Qualifizierte und motivierte Lehrpersonen haben einen erheblichen Anteil an der Qualitätsentwicklung der Schule und des Unterrichts.

In der gegenständigen Arbeit wird Teamentwicklung als Personalmanagementstrategie im Schulwesen untrennbar mit der organisatorischen Schulentwicklung behandelt. Zudem stehen die diversen Rollen der Schulleitung im Fokus. Gezogene theoretische Erkenntnisse werden mit jenen aus der Praxis in Verbindung gebracht, analysiert und interpretiert.

Mitarbeiter_innencoaching, Personalentwicklung, ziel- und mitarbeiterorientiertes Führungsverständnis sowie Personalmanagement eingebettet in personelle und organisatorische Schulentwicklungsstrategien sind eine Summe von Maßnahmen, die als ein wesentlicher Qualifizierungsansatz von Schulen angesehen werden können.

Dieser skizzierte Schulentwicklungsansatz gilt als vielversprechend, um im Schulwesen einen Wandel, vor allem im personellen Bereich, ganzheitlich und strategisch ankurbeln zu können. Unabdingbar für nachhaltige Schulentwicklung sind schulische Innovationsprozesse, die der Unterstützung der Schulleitung bedürfen.

Die Schulleitung muss sich wiederum ihrer Management- und Führungsaufgaben bewusst sein, um diese stets selbstreflektiert ausüben zu können. Ein emphatischer Führungsstil sowie die „Führungskraft als Coach“ gelten als förderlich. Wesentlich unterstützt werden standortbezogene Schulentwicklungsprozesse durch die Erstellung von Schulprogrammen, dies bedarf allerdings einer grundlegenden Zielsetzung und der Einbindung aller schulischen Akteur_innen.

Was gilt es zu klären: Welche Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden damit Teamentwicklung in Schulen gelingen kann? Und welche Möglichkeiten gibt es Teambildungs- und Teamentwicklungsprozesse in Grundschulen zu fördern?

In Gruppendiskussionen und Interviews in drei unterschiedlichen Grundschulen eines österreichischen Schulbezirkes wurden Pädagog_innen, Schulleiter_innen und ein Bezirksschulinspektor befragt, um die zentralen Untersuchungsfragen nach diversen Aspekten zu beleuchten, woraus unterschiedliche Ergebnisse gezogen wurden. In Folge dessen wurde das Teamentwicklungsmodell „der Teamkristall“ entwickelt, dass Voraussetzungen widerspiegelt, die geschaffen werden müssen, damit Teamarbeit und -bildung im Grundschulbereich gelingend implementiert werden können.

Im Detail gelten folgende Voraussetzungen als elementar:

    • vertrauensvolles, harmonisches Arbeitsklima
    • Verständnis und Bereitschaft zur konstruktiven Zusammenarbeit
    • gute kollegiale Kommunikation und Interaktion
    • heterogenes Team mit ähnlichen Charaktereigenschaften
    • Vertrauen, Offenheit, Ehrlichkeit und Akzeptanz in der Zusammenarbeit
    • Freude, Überzeugung, Interesse und Motivation der Teammitglieder
    • Gemeinsame Teamziele
    • Rollenklarheit der Teammitglieder über ausübende Tätigkeiten
    • selbstreflektierte, konfliktfähige Teammitglieder
    • Offenheit gegenüber Neuem
    • Führungsfähigkeit der Teamleitung
    • Autonomie im Schulmanagements

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